Das Weihnachts-Egg-Bot Experiment

Weihnachten rückt näher! Ein neues Projekt muss her!

Jedes Jahr wieder rückt Weihnachten überraschend schnell näher. Speziell dann, wenn man vor hatte, dieses Jahr, seinen (immer noch gut funktionierenden) X/Y Plotter um zu bauen um damit Christbaumkugeln bemalen und beschriften zu können.

Nach erster Recherche im Internet, bin ich jedoch über den fertigen Bausatz “Egg-Bot” gestolpert. Da ich eigentlich gar keine Lust hatte, meinen mühsam gebauten X/Y Plotter wieder zu zulegen, nur im ein paar Christbaumkugeln zu bemalen, war der Gedanke geboren, diesmal einen fertigen Bausatz zu verwenden! Hier möchte ich euch diesen vorstellen und über meine Erfahrungen damit berichten…

Was ist eigentlich ein Egg-Bot?

Ein Egg-Bot ist ein kleiner Kunstroboter, der kugelförmige oder eiförmige Objekte von der Größe eines Tischtennisballes, über Eier, Christbaumkugeln, Glühbirnen oder Weingläser – etwa 3 – 10 cm Durchmesser- aufnehmen kann. Das Prinzip ist ähnlich einem X/Y Plotter nur, dass eine der beiden Achsen eben das Objekt dreht und die andere Achse “rund” um das zu be-plottende Objekt fährt. Es gibt im Netz viele “Egg-Bots” welche in unterschiedlichster Bauweise und einer Preisspanne von ~70,-€ bis weit über 500,-€ zu haben sind.

Ich habe mich für das preisliche Mittelfeld und dem “original” Bausatz von “Evil Mad Scientist” mit dem bezeichnenden Namen “EggBot Original Deluxe Edition” entschieden.

  1. Der Kauf:

    Gekauft habe ich meine neue Errungenschaft bei www.robotshop.com für insgesamt 222,54 €, was ein ganz stolzer Preis ist… Allerdings ließ sich auch kein günstigeres Kit auftreiben, welches auch nach Deutschland ausgeliefert wird. Die Abwicklung war unproblematisch und das Paket kam nach 3 Tagen (weil Versand aus Deutschland) bei mir an.

  2. Der Zusammenbau:

    Dank des gut dokumentierten Wikis und dem darin enthaltenen, bebilderten Aufbauanleitungen, war es relativ einfach das Teil auf zu bauen, obwohl man zugeben muss, dass die Anleitung nicht immer zu den Teilen passt 🙂

    Das einzige was mir etwas das Lächeln aus dem Gesicht gedrückt hat war, dass eine doch recht wichtige und schlecht ersetzbare Madenschraube (amerikanisches Gewinde) gefehlt hat…

    Was leider zu einem dreckigen Hack geführt hat… ich habe die Achse mittels Kreppband etwas verdicken müssen, bis ich eine Holz-Schlagmutter darauf schrauben konnte. Darauf klebte ich dann die dafür vorgesehenen Puffer. Sieht zwar komisch aus, funktioniert allerdings…

  3. Die Software:

    Der kleiner Eier-Roboter wird mittels USB Verbindung gesteuert, welche man direkt aus Inkscape heraus und mit Hilfe eines extra Plugins bedienen kann. Die Software selbst ist komplett in Python geschrieben, was recht vorteilhaft ist, wenn man die Sprache einigermaßen beherrscht 😀
    Das Plugin ist natürlich auf Github frei zum download verfügbar und existiert für Windows, Mac und Linux. Unter Linux ist die Installation des Plugins relativ einfach… nach dem Herunterladen der Daten, werden die Inhalte des Ordners “extensions” in das Plugin-Verzeichnis im Home-Ordner kopiert (.config/inkscape/extensions/). Wenn alles gelappt hat, findet man dann nach einem Neustart von Inkscape (Version 0.92 aus den Ubuntu-Repos), die Erweiterung im Menü:

  4. Erste Inbetriebnahme:

    Endlich war der Aufbau geschafft und alle kleineren Unzulänglichkeiten umgangen, ging es an die Inbetriebnahme… Hier wich mir dann auch schon zum zweiten mal die Vorfreude aus den Augen, als ich erkannte, dass ein amerikanischer Bausatz nicht unbedingt für europäische Stromnetze ausgelegt ist.

    Als ich nach einiger Suche doch noch einen Adapter gefunden habe, welcher auch am Netzteil bleiben kann, fix das USB Kabel eingestöpselt und mal versucht den Servo an zu steuern… dann das:

    Nach einer halben Stunde Fehlersuche und durchforsten des Plugin-Codes, habe ich festgestellt, dass zwar der Egg-Bot erkannt und eingebunden wird, ich jedoch auf das USB Device keinen Zugriff habe, da ich keine Berechtigung hierzu habe. Ich musste meinen Benutzer erst zur Gruppe “dialout” hinzufügen.
    sudo usermod -a -G dialout $USER
    Im nachhinein betrachtet muss man allerdings zugeben, dass dies eindeutig in die Rubrik “wer lesen kann ist klar im Vorteil” fällt, da dies sogar eindeutig in der Installationsanleitung beschrieben gewesen wäre. Nunja, zumindest weiß ich jetzt schon mal wie das Plugin auf das Device zugreift 😀
    Nach diesem kleinen Ausflug in die Tiefen des Systems, lief es allerdings reibungslos. Ich konnte sogut wie sofort anfangen auf Testobjekte zu plotten. Das Plugin ist sogut wie selbst erklärend und auf das notwendigste beschnitten, was die Bedienung nicht unnötig verkompliziert. Wer genaue Informationen sucht, findet das Steuerungsplugin hier erklärt.
  5. Ergebnisse:

    Ich erstelle hier eine kleine Galerie, die ich immer wieder mal erweitere, da ich auch das bedrucken von möglichst verschiedenen Gegenständen testen will…

    Fertige Designs, findet man übrigens auch im Internet! z.B. bei www.thingiverse.com
  6. Zusammenfassung:

    Nach den ersten Tagen Test-Betrieb und auch ersten vorzeigbaren Resultaten kann man sagen, dass das Design des Roboters recht robust aber dennoch variabel genug ist und die Software relativ gut funktioniert. Auch der Aufbau ist dank der sehr guten Dokumentation auch von Laien zu bewältigen. Die Installation des Plugins, sollte eigentlich keine Große Sache sein… allerdings muss man hald darauf achten dass (zumindest unter Linux) die notwendigen Rechte für den jeweiligen Benutzer vorliegen.
    Preislich ist das Teil zwar auf den ersten Blick recht teuer für ein Spielzeug, wenn man allerdings den Warenwert der verbauten Komponenten und den recht gesalzenen Grundpreis von 50,-USD für das Controller-Board gegenüber stellt, sind die 220,- EUR auf einmal gar nicht mehr sooo übertrieben.
    Für mich, also ein Guter Kauf den ich weiter empfehlen kann, wenn man in die CNC und Plotter Welt eintauchen will.

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