Z-Wobble oder horizontale Linien im 3D-Druck? … nicht gleich an einen Fehler in der Mechanik denken!

Ich habe mir vor einigen Wochen einen 3D-Drucker zugelegt, da ich nun endlich etwas mehr Platz in meinem Büro gewinnen konnte um mir diesen lange gehegten Wunsch endlich erfüllen zu können.

Meine Druckergebnisse sind bisher für mich (der keinen Vergleich hat) schon recht passabel und entsprechen meinen Erwartungen. Da ich mittlerweile alles mögliche ausgedruckt habe, das ich mir so vorgenommen habe, wollte ich auch mal was richtig schon “sinnfreies” drucken und habe nach einem vorgefertigten Modell einer 7,62mm Patrone gesucht und diese auch bei thingiverse gefunden!

Außerdem wollte ich das Teil in einem seidigem Weiß haben und bin natürlich ganz gespannt davor gesessen. Was mir dann allerdings auffiel waren horizontale Linien und bei genauerem Hinsehen sogar Verformungen von einzelnen Lagen!

AHA! Dachte sich der erfahrene 3D-Druck-Meister!

Da haben wir ein schönes Beispiel eines Z-Achsen Problems! Da muss ich doch gleich mal alles zerlegen, reinigen, justieren, was man mit “Höhe” zu tun haben könnte!

Gesagt, getan, habe ich dann knappe 2 Stunden mit der Demontage, Reinigung und Montage meiner Z-Achse verbracht. Anschließend musste natürlich das Druckbett neu gelevelt (eingerichtet) werden, da nichts mehr zusammenpasst, wie es sollte.

Nach einem erneuten Probedruck, habe ich allerdings dann feststellen müssen dass es KEINE Änderung des Fehlerbildes gab. Weder schlechter, noch besser.

“Kommissar Zufall” hilft mit…

Eher durch Zufall sah ich während es 3ten Probedrucks und während meiner grüblerischen Starrerei ins Leere, dass sich meine Nozzl-Temperatur während des Drucks um ca. +/-5 °C änderte!

Eingestellt waren 200°C, ich landete Teilweise bei 193°C und später wieder bei 205°C … das ging immer so hin und her. Ob dies “normal” war, wusste ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht so recht, habe allerdings dann auf meiner Internet-Recherche festgestellt, dass es sich hierbei im einen Faktor in der jeweiligen Firmware des Drucker handelt, den man speziell “tunen” muss.

Nach zu lesen hier: Anleitung PID-Tuning

Nachdem ich unter meinem Ubuntu die Software “Pronterface” (sudo apt install pronterface) installiert hatte und meinem Benutzer die notwendigen Gruppen zugeordnet hatte (sudo usermod -a -G dialout $(whoami)) konnte ich mich meinem Drucker verbinden um das Auto-Tuning an zu stoßen.

Siehe da, ein weiterer Probedruck brachte dann dies zu Tage: (links das “alte” Teil, rechts das neue nach dem PID Tuning)

Erkenntnis des Tages:

Nicht jedes “Horizontalproblem” muss auch etwas mit der Z-Achse zu tun haben!

Vielleicht hilft dies dem einen oder anderen weiter, bzw. auf die richtige Fährte!

Machts gut!

Matthias

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